Hotline +49 1234 5678
Reiseberichte

Eine einmalige
Erfahrung

Astrid legt großen Wert darauf,
dass sich ihre Malschüler frei 
ausdrücken können und geht daher
ganz gezielt auf die individuellen
Bedürfnisse jedes einzelnen
Malreisen-Teilnehmers ein.

2022

Reisebericht von Theresa

Eine Woche Malferien bei Astrid in Italien, eine Woche die so ganz anders ist als ein Urlaub am Strand oder in den Bergen!

Malferien das hieß: Eintauchen in Farben und Formen wie in einen Rausch, eine Woche sich ganz dem kreativen Prozess hingeben, sich einlassen auf Unbekanntes, Unerwartetes, in einem professionellen Atelier arbeiten zu dürfen, was keine Wünsche offen lässt, fein geführt von Astrid und Ihrer Expertise.

Das hat so gut getan, eine Woche leben in der Präsenz, nur im tatsächlichen Augenblick in Zwiesprache mit der Leinwand. Das öffnet ganz viel Freiheit im Geist, bringt eine ganz besondere Art der Entspannung, obwohl doch das Arbeiten über so viele Stunden mit Farbe und Pinsel eigentlich auch anstrengend ist.

Aber ganz von vorn, wie fing es an: Eine Bekannte hatte mir den Malkurs bei Astrid empfohlen. Sie hatte gar nicht viel mehr gesagt, als dass diese Woche so entspannend wäre. Kurzentschlossen hab ich die Termine angeschaut im Netz, einen passenden ausgedeutet und direkt gebucht. Weil ich tatsächliche Erfahrungen lieber mag als digitale Informationen, gern unvoreingenommen und ‚unbewaffnet‘ in Erlebnisse starte und auf Personen zugehe, habe ich mir weder Astrids Kunst noch ihre Webseite genauer vor dem Reisebeginn angeschaut (habe ich inzwischen alles nachgeholt).

Nach unserem Urlaub hat es sehr gut getan, in den Webseiten wie in einem Tagebuch zu blättern, Erinnerungen neu zu beleben, Vertrautes wieder zu entdecken. Schon die unkomplizierte und inspirierende Kommunikation mit Astrid via Mail war erfrischend, lockend und bahnte viel Vorfreude an. In diese Highs schwappte bei mir zwischendurch ein bisschen Furcht vor der eigenen Courage auf: Das letzte Mal gezeichnet und gemalt hatte ich in meiner Jugend. Ich hatte gelesen, dass man ein gemeinsames Bild malt. Ob ich dem wohl genüge, oder den Mitteilnehmerinnen das Werk verderbe? Ich fragte ganz vorsichtig bei Astrid nach, ob ich denn vorher vielleicht noch üben soll. Ihre prompte und kurze Antwort: Ganz unbeleckt ist prima!

Also rasch weiter vorfreuen…. Im heißen Frühsommer ging es los, Auto gepackt und Kurs gen Süden. Nach langwierigen Tunnelpassagen in den Alpen dann erste italienische Vibes, den ersten Espresso an der Autobahn. In Fano noch einen raschen Blick aufs Meer, dann begann die Auffahrt gen Pergola. Astrids genauer Anfahrtsplan erwies sich als segensreich, jeder Navi hätte uns erfolgreich in die Irre geschickt. Am als Wegmarke bemalten Baum dann das prickelnde Gefühl, dass das Ziel jetzt greifbar nah ist. Nach letzten Kurven durch ein hübsches Kiefernwäldchen und ordentlich durchgeschüttelt vom Waldweg, öffnet sich dann die Landschaft und man hat einen ersten Blick auf Casa Pittura.

Das Haus liegt wie eine Insel in malerischer Landschaft. Die Felder und Wälder auf den Hängen der Umgebung sehen aus, als hätten sich expressionistische Maler daran ausgetobt, Grillen brüllen, Hühner gackern leise, Schafe schlafen ausgestreckt im Schatten. Wir werden herzlichst begrüßt von Astrid und ihren Hunden, eigentlich ohne irgendein verhaltendes Ankommen ist man pronto zu Hause, spätestens in der abendlichen Runde zum Abendessen, lecker bekocht von Giovanni.

Gleich am Sonntag beginnt der Tag nach dem Frühstück im Atelier. Es liegt eine wohlige Spannung in der Luft. Die Leinwände, reichlich Pinsel und vier Farbtöpfe stehen bzw. liegen schon bereit. Astrid beginnt und ein jeder von unserer kleinen Maltruppe schafft erste Farben und Formen auf die leeren Leinwände. Das läuft ganz konzentriert und gesammelt, und wenn man es schafft, den Kopf möglichst herauszuhalten, führt einen der Strich, die Farbe. Ich hatte mich ja eingangs vor dem gemeinsamen Malen ein wenig gefürchtet, hier löst sich diese Furcht rasch auf. Und später, mit der zugelosten ‚eigenen‘ Leinwand, also bei uns vier Maladepten einem Viertel des gemeinsamen Werkes, eröffnet sich das Geniale der Idee des gemeinsamen Beginns: Es steckt schon jede Menge Energie, Farbe, Bewegung im Bild.

Dies führt zu den ersten Schritten wie von allein, die Komposition ist schon als Schemen vorhanden und Astrid immer dabei mit künstlerischem Rat und technischer Hilfe, wenn man sich verlaufen hat, man gerade nicht mehr weiter weiss. Drei Tage mit Bild 1 verfliegen rasch, man mag gar nicht mehr das Atelier verlassen.

Am Mittwochnachmittag verordnet uns Astrid eine Atelierpause, wir sollen zeichnen, auf kleinen Kartons mit Ölkreiden. Die Aufgabe ist vor allem, sich nicht in Ideen zu verfangen beim zeichnen, keine Muster zu bedienen. Ein bisschen ratlos sitze ich also mit meinen Karten auf der Terrasse, fülle – versucht willenlos – eine ganze Reihe von weißen Blättern, die wir am späten Nachmittag besprechen. Selbst danach ist mir noch nicht klar, was die Mal-Interruption bringen sollte. Das große Aha kommt beim malen am folgenden Tag: Durch das zeichnen hat sich etwas gelöst, werden Striche mutiger, bewegter. Was für eine tolle didaktische Idee!

Am Donnerstag hängen wieder leere Leinwände bereit. Diesmal wird gespachtelt, Astrid hat wieder interessante Farben ausgesucht, die schon in den Farbtöpfen viel Spannung erzeugen. Ich habe das Spachteln als ausgesprochen körperlichen Prozess empfunden, man malt nicht nur mit Händen und Fingern, die Bewegung auf der Leinwand kommt genauso aus den Füßen, dem Becken, dem Bauch, den Schultern. Wieder eine spannende Malgrundlage, inzwischen sind wir schon fast ‚alte Hasen‘ und versenken uns wieder im malen, meist ist es konzentriert still im Atelier.

Viel zu schnell waren die sieben Tage vorbei, ich hätte es noch gut ein paar Tage länger ausgehalten, vor allem ob der so vorzüglichen Küche von Giovanni, der feinfühligen Gastlichkeit von Astrid (mit frischen Blumen im Zimmer oder ein Vorhang am Fenster, der dort nach einer beiläufigen und unintendierten Erwähnung von störender Helligkeit später ganz heimlich hängt), den erbaulichen Gesprächen mit den Gastgebern und den Mit–Malern am Abend.

Als wunderbaren Abschluss der Woche gibt es ein gemeinsames Abendessen auf einer Burg, ein paar Autominuten von Casa Pittura entfernt.

Ganz lieben Dank Euch für die gemeinsamen Tage, wir kommen wieder!

Reisebericht von Marilena

Ich hatte mich ganz spontan zu dieser Malwoche in den Marken entschieden, da mir die Beschreibung auf der Internetseite sehr zusagte. Und ich habe es nicht bereut. Den Malkurs bei Astrid habe ich als sehr ungewöhnlich und inspirierend empfunden. Er eröffnete mir einen neuen Weg, wie man auf kreative Weise an ein eigenes Bild gelangen kann. Und die vielen Töpfe voller Farben. Wunderbar! Eine farbige Verführung!

Sehr erhellend waren die Bildbesprechungen mit Astrid. Da konnten wir von ihrer grossen Erfahrung profitieren. Wir wurden individuell wahrgenommen, beraten und konnten uns weiter entwickeln. Es war insgesamt eine wertschätzende und liebevolle Atmosphäre. Die wunderschöne Umgebung, der kameradschaftliche Umgang und Giovanni mit seinen mediterranen Gerichten. All das machte diese Woche einmalig.

Grazie mille Astrid e Giovanni 

Reisebericht von Elisabeth

Ich habe früher mal gemalt, heute male ich nur noch gelegentlich vielleicht mal mit den Kindern, mag die eine oder andere denken. Weit gefehlt. Ohne Malen fehlt dir was, und es ist nie der falsche Zeitpunkt (wieder) damit anzufangen.

Astrid Albers bietet in den Marken (das ist das Gegenstück zur Toskana, nur mit Blick auf die Adria) geführte Malkurse an. Astrid ist eine begnadete Künstlerin, die ein kleines Paradies im Grünen geschaffen hat, welches sie gern bereit ist zu teilen. Nein, es ist kein 5 Sterne-Hotel, was man in Casa Pittura erwarten kann, sondern ein individueller Raum sich auszuprobieren, zu wohnen, miteinander ins Gespräch zu kommen, reichlich regionalen Wein zu trinken, (den Weißwein schön kalt) und einfach zu sein.

Wir - zwei Freundinnen aus Berlin - kamen für 14 Tage um zu malen, zu zeichnen, gut zu essen, Ausflüge zu machen und uns vom Stress unseres Alltags zu erholen. Für mich war die Malreise eine fröhliche Reise in die unbekannten Weiten meines Seins. Eher Spiel als Kunst. Vergiss den Kopf beim Malen. Sei mutig und schwing den Pinsel auf großem Format in großen Bögen, Strichen, Schwüngen und Haken.

Zu Beginn gab es eine leere Leinwand, aber damit sich gar nicht erst der Kopf einschaltet oder die Angst vorm leeren Blatt, haben alle 4 Kursteilnehmer erst mal alle 4 Leinwände mit Farbe erobert. Die letzten weißen Fleckchen wurden mit weiß und dem was die benachbarten Farben hergaben, erfüllt und dann ging's richtig los.

Die 4 unterschiedlichen, und doch gleich bearbeiteten Leinwände, wurden unter uns 4 Kursteilnehmern verlost und jede(r) durfte sich mit seiner gelosten Leinwand auseinander-setzen. Hier eine Fläche definieren, dort einen Lichtakzent hinsetzen, und plötzlich beginnt das Bild mit dir zu sprechen, und Dinge erscheinen wie aus einer Traumwelt. Lasse ich mich darauf ein, oder übermale ich die Figur, die Landschaft oder Blume wieder, die sich auf der Leinwand entwickelt? Ich selbst bin die Steuernde. Astrid hilft beim lesen der Bilder, gibt Ratschläge zu Formen und Techniken, was funktioniert, oder was wirkt langweilig. Rückschläge können vorkommen. Nicht zufrieden mit dem Resultat? Macht nix. Wird noch mal übermalt an den Stellen die nicht funktionieren, oder auch schon mal komplett.

Hier und da scheint die ursprüngliche Kreuz- und Quer-Bemalung hindurch. Hier entsteht eine zauberhaft transparente Ecke, dort entsteht ein Ding. Was für ein Ding? Es spielt keine Rolle. Das Ding muss keinen Namen haben solange es wirkt, solange es den Betrachter in den Bann zieht. Malen heißt sich ausprobieren, sich trauen, sich selbst korrigieren und - wenn es in einem Kurs erfolgt - sich gegenseitig Tipps geben, Anerkennung und viel Lob.

Acryl ist ein gnädiger Werkstoff. Mit viel Wasser wirkt er transparent und bekommt aquarell-artige Züge. Dick gespachtelt wirkt er kraftvoll und entschieden. Entdecke dich und deine Mal-Handschrift beim ausprobieren. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Alles ist erlaubt. Na gut, sagen wir mal fast alles.

Es muss nur funktionieren. Unter Astrids Anleitung habe ich drei Bilder (100x80, also ziemlich groß für meine Verhältnisse) gemalt und zusätzlich auf Papier gezeichnet. Irgendwann sagt man sich, dass ein Bild fertig ist, aber zufrieden ist man nie. Es ist ok so. Der Prozess ist’s, was Spaß macht.

1000 Dank Astrid und auch an Giovanni für die tolle Zeit.

Reisebericht von Alexander

Malen lernen mit Astrid - oder Meditation in (Mal-)Aktion

Ich möchte erzählen von meiner wunderbaren Malwoche in den italienischen Marken und falle gleich mit der Tür ins Haus; kein Vorspann über wunderbare Astrid, tolle Unterkunft, Giovannis herrliches italienisches Essen, das Glück, geistesverwandte Mitmalerinnen getroffen zu haben und so fort… Malen also – im Urlaub – oder statt Urlaub?!

Ich springe also gleich rein in den geräumigen, von der heißen italienischen Sonne geschützten, Atelierraum. Die Künstlerin und vier Möchtegern- Maler*Innen haben sich an einem Sonntag, um 10:00 Uhr, in der Frühe eingefunden. Wahrscheinlich ist es für den Profi und den Dilettanten gleichermaßen eine Zumutung vor einem leeren Blatt zu stehen, mit dem Auftrag daraus jetzt ein Bild zu erschaffen – aus dem Nichts gleichermaßen. Alleine harrend dem bohrend fragenden Blick der weißen Leinwandfläche ausgesetzt, erstarrt man vermutlich vor Ehrfurcht oder Lampenfieber, anstatt freudig los zu pinseln. Dieser Hürden, Hindernisse und Sorgen sind wir allerdings durch Astrids freundlichen Ansatz enthoben.

Wie beginnt also alles? Es beginnt gemeinsam, in meinem Fall zu viert. Vier Leinwände zu einer großen Fläche vereint sind vor uns ausgebreitet auf dem Boden des kühlen Ateliers. Mit vier wässrigen Farben, blau, rot, ockerfarben, gelb, und Pinseln die eher einem Quast gleichen, nehmen wir uns der Reihe nach die große Fläche vor. Es gibt keinen Masterplan, jede/r entscheidet sich für eine Farbe und malträtiert die Fläche nach Gusto und Intuition, gespritzt, getröpfelt mit großen Hüben und Schwüngen und sattem Farbauftrag, oder eher filigran und zart. Unwillkürlich reagieren wir auf die Vorgängerin und das, was sie hinterließ. Ihr Tun fortschreibend ergeben sich neue Farben aus dem Ineinanderfließen des neuen Auftrags mit dem alten. Da oder dort ertappe ich mich, wie ich den Atem anhalte, gespannt und angerührt über das was dort gerade geschieht – aufregend ist es, wie ein spannender Film. Manchmal möchte ich den Prozess anhalten und rufen: „Halt! So ist es doch jetzt perfekt!“, um im nächsten Moment zu erleben, dass das Werden voranschreitet.

Dann, doch das Ende, als Astrid dem gemeinsamen Tun Einhalt gebietet, kaum dass die Fläche vollständig mit Farbe bedeckt ist und fast kein weißer Fleck mehr erkennbar. Was haben wir da produziert? Ein Gemeinsames aus eher organischen, biomorphen Formen und Flächen – gegenstandslos und doch schon voller Ausdruck, freundlich, heiter, leicht, durchsonnt, wie die Landschaft. Andere würden dieses Werk vielleicht bereits ins Schaufenster stellen, nicht so Astrid.

Jetzt beginnt der nächste Schritt: Die vier Leinwände werden wieder getrennt und per Los einem jeden/einer jeden zugeteilt. Pause. Zunächst wird es handwerklich. Astrid richtet jeder drei Farbpaletten aus ovalen Plastikeimerdeckeln an (wie ich finde, an sich schon ein Kunstwerk), stattet uns mit einem Satz Pinsel aus, und zeigt deren Einsatz und die Technik des Mischens. Nun hängt „meine“ Leinwand also doch vor mir, an der Wand, gut ausgeleuchtet, der Schutz der Gruppe ist futsch und ich muss mich mit dem Visavis auseinandersetzen was mich da so herausfordernd bunt anglotzt.

Der Auftrag ist einfach und schwierig zugleich. In der Rückschau könnte ich nicht einmal mehr sagen, wie genau ihn Astrid formuliert hat. Ich will versuchen zu beschreiben, wie ich es verstanden habe. 1 Ich sehe ein Geviert, gefüllt mit Flecken, Flächen, Schlieren, zufällig entstandenen Strukturen und das soll nun verdichtet werden, hergerichtet oder zugerichtet, verändert und in eine bestimmte Richtung getrieben. Ob gegenständlich oder nicht, davon war keine Rede. In welche Richtung soll ich nun herausfinden. Wie kann ich das? Woher weiß ich, was ich soll? Soll es konkret sein oder bleibt es im Ungefähren? Es geht wohl darum etwas zu entscheiden. Wie kann ich aber entscheiden, wenn es kein Ziel gibt, keine Rahmung, keine Bedingungen? Kann ich mich auch „falsch“ entscheiden? Astrid ist jedenfalls zunächst einmal gegangen und jede*r von uns steht in stillem Dialog vor seinem „Bild“, was erst noch eines werden will. So könnte Schwangerschaft sein und meine Geburtshelferin ist gerade nicht da. Pause.

Wir arbeiten vormittags und nachmittags, jeweils drei/vier Stunden. Arbeitsurlaub oder Urlaubsarbeit. Pausen sind vielleicht mit das Wichtigste. Manches entscheidet sich in der Pause. Pause machen ist gelegentlich nicht ganz einfach. Manchmal träume ich sogar noch in der Nacht von meinem Bild und der Frage, was es von mir wollen könnte. Okay, ich muss mich beschränken es geht nicht ums Ganze, keine große Komposition. Ich fange in der Ecke an, die irgendwie zu mir spricht.

Ich greife etwas Amorphes, kurviges auf und begrenze es zu einer eher geometrischen, eckigen Form, wobei ich einen Farbaspekt meiner amorphen Masse auswähle und zu meiner rechteckigen Fläche ausdehne. Ah ja, der Anfang ist gemacht. Jetzt ist es schon leichter, denn meine frisch gebaute Fläche verändert einiges. Durch diesen ersten Eingriff alleine. Ein nächster folgt nach dem gleichen Muster. Wie ich Pinsel und Farbe führe habe ich nicht bewusst entschieden – es passiert.

Unwillkürlich, nicht voraus geplant. Bildbesprechung vor der nächsten Pause. Die Künstlerin kann erklären, was wir da tun, gibt Hinweise und Tipps, ermuntert und bestärkt, geht auf kritische Stellen ein, erörtert ein Problem, verweist auf mögliche nächste Schritte, hat ein Wort für jedes Kunstwerk und jede Künstlerin.

Puh, nun also auch noch auseinandersetzen mit Feedback – kann man doch etwas falsch machen?! Anscheinend nicht – allerdings ist der innere Kritiker geweckt. Er wird mir auch in den kommenden Tagen immer wieder plötzlich und hinterrücks auf die Schulter springen, das teuflische Köpfchen schief legen und mit spöttischer Geste auf gewisse Unzulänglichkeiten dieses dilettierenden Malclowns hinweisen, der ich bin. Arsch – hau ab!

Und so geht es nun weiter Stunde für Stunde, Arbeitsblock für Arbeitsblock, Tag für Tag. Ich schaue, warte bis ich ein Gefühl zu einer Stelle meiner Leinwand bekomme, gestalte sie, bin selbst überrascht von dem was da passiert. Ich kämpfe gegen die schnell trocknende Farbe in der Hitze italienischer Sonne, befeuchte meine Farbhaufen auf der Palette, reibe Bildteile mit kurzhaarigem Pinsel unter Kraftaufwendung trocken, vermale angrenzende Flächen miteinander, schaffe Übergänge, trenne anderes. Es hat etwas alchemistisches, wie man mit fester Farbmaterie, feurigem Luftelement unter Hinzuziehung von viel Wasser, ohne das es kein Malen gäbe, etwas erschafft, was mehr ist als seine einzelnen Bestandteile.

Der Geist, der sich wohl auch noch einschleicht in den Malprozess gebiert ein Objekt, welches beim Betrachter wohl erneut Geistiges hervorzubringen vermag: Gefühle, Zu- Abneigungen, Überraschung, Neugierde, Fragen, Ideen. Der Prozess schreitet voran. Irgendwann gibt es nur noch wenige Bildräume die ich nicht beackert habe. Ein wenig Gelassenheit kehrt ein. Bildbesprechung. Pause. Zeit um darüber nachzusinnen, was da eigentlich geschieht mit mir/uns, beim Malen.

Wie gestaltet sich dieser Schaffensprozess? 2 Ich meditiere regelmäßig. Das erste, was mir einfällt, die Parallelen von Malen und Meditieren. Das mag überraschen. Malen als Meditation in Bewegung mit Utensilien – Farbe, Pinsel, Leinwand.

Ein Annäherungsversuch über die Meditation: Meditation ist ein Gewahrsein der Welt da draußen unter Hinzuziehung der eignen Person als Ganzer. Wahrnehmen mit allen Sinnen, mit Körper, Geist, Gefühl. Ich umschiffe die Klippe, erklären zu müssen, wo hier die Unterschiede liegen, die Grenzen und Schnittpunkte, durch Auslassung. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Meditierens, der Umgang mit dem Geist. Gemeint ist hier der egomanische alte Affengeist, der gerne auf der eigenen Schulter herumsitzt (s.o.), von einem Gedanken zum nächsten hüpft, sich aufbläht und der Größte sein möchte, um sich im nächsten Augenblick in fürchterlichen Selbstbeschimpfungstiraden zu ergießen und dann scheinheilig über den Einkaufszettel für das kommende Wochenende zu sinnieren. Wie geht man also mit diesem so gerne an starren Selbstkonzepten anhaftenden Geist um? Idealerweise bringt man ihm in der Meditation bei, wer der Chef ist. Ich lerne im Meditieren, dass ich mich nicht von meinem (Affen-)Geist durch die Manege meines Lebens treiben lasse, sondern er brav „bei Fuß“ geht und mir hilfreich ist, beim bewältigen der Aufgaben, die das Leben so mit sich bringt.

In gewisser Weise geht das aber nur, wenn ich mit purer, reiner Wahrnehmung die Dinge sehe, wie sie wirklich sind – und eben nicht durch die Affengeist-Brille eigener Konzepte, Vorannahmen und -urteile. Die stets getönte (egal ob rosa, blau, gelb oder grau-schwarz) Affengeist-Brille trennt mich von der Welt, macht es unmöglich die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind. Durch diese Trübung fehlt der Durchblick: ich bekomme Probleme in und mit der Welt und fange an, an ihr zu leiden. Und was hat das nun mit meinem Malprozess zu tun? Ich fange besser am schlimmen Ende an: Wann wird mein Malen ein quälendes Tun? Wann leide ich am Herstellungsprozess meines Bildes? Wann hadere ich und schimpfe mit mir und meinem Bild? Wann bin ich unzufrieden mit meiner Bildwelt, habe das Gefühl, dass sie sich widersetzt? Wann finde ich mich unfähig und nicht in der Lage das auszudrücken, was ich gerne ausdrücken möchte? Wann möchte ich am liebsten alles hinschmeißen? Einfach gesagt: Wenn mein Affengeist mir einflößt, ich wäre bestimmt ein (großer) Künstler, wenigstens ein unerkanntes Talent, und müsse also etwas Großartiges erschaffen. Oder andersherum könnte er säuseln: „Oh, du armer Wicht, wie um alles in der Welt, bist du auf diesen schlichten Gedanken verfallen, nahe der schönen Adria MALEN zu wollen anstatt, dir altersangemessen die Füße ein wenig vom kühlen Nass des Meeres umspülen zu lassen und des Abends den Bauch mit leckeren Meeresfrüchten, regionalem Schafskäse und leichten Weißweinen zu stopfen?

Beide Einflüsterungen sind eine Trance – ein Dämmerzustand, bei dem der Geist umnebelt ist von den eigenen „ansprüchigen“ Selbstbildern, die uns von der Welt, wie sie ist, trennen und uns nicht angemessen umgehen lassen mit den Dingen wie sie nun einmal liegen. Wenn wir in dieser Traumwelt stecken, beginnen wir an der Welt zu leiden – eigentlich an uns selbst, denn die Welt ist wie sie ist. Im Prozess der Meditation wie im Prozess des Malens sind wir vor die gleiche Frage gestellt: Lasse ich mich von dieser selbstbezüglichen Trance davontreiben oder bin ich im Hier und Jetzt. Die Fragestellung beim malen: Kann ich wahrnehmen, was da auf der Leinwand IST. Kann ich die Optionen und Möglichkeiten erschauen, die sich im anfangs noch amorphen Gewirr der Formen und Farben verbergen? Kann ich die Aufregung spüren, wenn es noch keinen Lösungsansatz gibt für eine zu bearbeitende, zu bemalende, zu gestaltende Stelle? Aber in dieser (noch) Lösungslosigkeit des Augenblicks kündigt sich bereits eine Tendenz an – wir empfinden es vielleicht unterschiedlich. Für mich ist es etwas wie ein Lampenfieber, ein Erregungszustand bevor der Funken überspringt, eine Vorfreude?! Dann ist der Moment, die Zeit reif, und ES fließt.

Keine Ahnung wer dieses ES ist. Aber es ist das sichere Gefühl, dass nicht (unbedingt) ich es bin, der jetzt entscheidet, welcher Strich zu führen ist, wie der Pinsel zu halten ist, wie die Farbe jetzt nun genau zu mischen ist. Ich treffe keine Wahl mit Vorbedacht – die Bilder die gemalt werden wollen kommen zu mir. Nicht ich – mein Ego- Trance-Konzept – trifft eine Wahl; das was in die Welt will drängt sich gewissermaßen auf, will gemalt 3 werden. Eine Geburtshelferschaft kann ich mir dann noch zuschreiben aber – streng genommen – keine Autorenschaft mehr. Geschehen kann das nur, wenn ich meine vorgefassten Konzepte und Ideen davon, was es werden soll, loslasse, von mir absehen kann. Es ist übrigens ein durchaus befriedigendes Gefühl ein Bild auf die Welt zu bringen.

Noch einmal kurz zurück zur oben angesprochenen Blockadesituation: Was tun, wenn ich feststecke in meiner selbstbezogenen Trance und grummele und schimpfe und so gerne erzwingen will, was mein Dickkopf sich so ausgedacht hat? Astrid hatte den lösenden Hinweis: „Du musst jetzt aufhören. Mache etwas anderes, denn Du siehst ES nicht mehr!“

Die Pause ist der coole move. In meinem Nichthandeln (hinsichtlich des Malprozesses) steckt die Lösung. Jetzt kann ES in mir wieder in Ruhe untergründig weiterarbeiten, während das Hirn vordergründig mit Lesen, Musik machen oder hören, Spaziergängen, Gesprächen und dergleichen beschäftigt wird. Und als ich dann erneut vor der Leinwand stand, gab es noch einen kleinen Hinweis von Astrid (Geburtshelferin des Geburtshelfers) – und der Weg zeigt sich wieder, als wären dichte Nebel weggeblasen und Schleier gelüftet worden.

Wow! Eigentlich ist dieser Mal(kurs)prozess nicht nur verwandt mit Meditationsprozessen sondern mit den Lebensprozessen überhaupt. Das ist vielleicht eine Attraktivität dieses Malangebotes, welches wir bereits dunkel spüren oder erahnen, wenn wir uns zum Kurs anmelden. Eine Übungswoche für alltägliche Lebenspraxis. Eine Meditation – ein implizites Geistestraining – ohne auch nur ein Wort über dergleichen verlieren zu müssen. Nicht intellektuell, nicht begrifflich, nicht explizit eher emotional, unmittelbar und intuitiv.

Ach ja, und fertig wurden zwei Bilder in zwei Wochen. Das gemeinsame Aus-dem-Rahmen- Ausspannen, das Entgrenzen und Zusammenrollen in eine transportierbare Rolle, mit Frischhaltefolie hat mir auch noch gut gefallen. Hand in Hand arbeiten. Dann war es mir nicht mehr so wichtig – das Bild, mein (?) Bild.

Jetzt ruht es im Wandschrank neben Noten, Flexibar, Pinseln, Buntstiften, CDs und anderen Schätzen. Bin gespannt, wie es mit ihm weitergeht – ist ein wenig wie mit Kindern, wenn sie einmal groß sind; die machen ihr eigenes Ding – sind aber immer ein Teil von uns.

Reisebericht von Heidetraut

Das war für mich ein besonderes Abenteuer, mit der Bahn eine Fahrt bis Italien nach Fano zu starten.

Auch ich hatte wie meine „Vorschreiberin“ diese Malwoche bei Astrid zum Geburtstag (bei mir zum 70-igsten) von meiner Familie geschenkt bekommen. Nachdem ich durch Verspätungen noch eine Nacht in Mailand genießen durfte, traf ich mich mit Giovanni, der unsere kleine Gesellschaft die gesamte Woche mit dem leckersten italienischen Essen verwöhnte, und wir fuhren in die Berge. Über abenteuerliche Wege, dichte Wälder und romantische Täler kamen wir dann in dem kleinen Paradies von Astrid, der Künstlerin und Kursleiterin, an.

Die Schafe begrüßten mich mit ihrem Blöken, Hühner und Hahn liefen über die Wiese und Astrid kam mir mit ihrer unkomplizierten, lockeren Art so freundlich entgegen, dass überhaupt keine Fremdheit entstand. Die anderen Teilnehmerinnen wurden gleich per Du angeredet und zum ersten Abendessen saßen wir auf der Terrasse in dieser wunderschönen Umgebung.

Ich bekam ein hübsches kleines Einzelzimmer mit Bank vor der Tür und Blick auf die Berge. Am nächsten Tag ging es los. Wir arbeiteten erst zusammen an vier Leinwänden und dann bekam jede eine Leinwand zur Gestaltung. Abstrakte Malerei fasziniert mich, aber ich hatte immer Schwierigkeiten sie in der Malerei umzusetzen. Hier hatte ich nun die Gelegenheit zum ausprobieren und durch die Erklärungen von Astrid bei allen vier Bildern konnte ich viel über Farben und ihre Wirkung und Überlegungen eines Konzeptes erfahren, und langsam übte sich mein Blick.

Besonders interessant fand ich die Technik des Spachtelns mit etwas angedickten Farben und probierte mich aus. Immer wieder korrigierte ich mein Bild nach der gemeinsamen Besprechung, bis ich und auch Astrid zufrieden waren. Es hat viel Spass gemacht und ich glaube, ich bin in die Technik und in das Sehen der Abstraktion mehr hineingekommen.

Unsere kleine Vierergruppe war super und der Humor kam nicht zu kurz. So konnte ich mit zwei tollen Bildern nach Hause fahren und die Resonanz in meiner Familie war auch gut. Also alles zusammen eine tolle Woche.

Und mein Dank geht an Astrid und Giovanni, die uns gut und völlig unkompliziert umsorgt haben, und an die drei anderen Künstlerinnen und dem musikalischen Künstler, der seine Frau begleitet hat.

Reisebericht von Birgit

Was für ein Geschenk...

Zu meinem runden Geburtstag im Oktober hat mir mein Mann Christian einen geheimnisvollen Umschlag mit einem Gutschein überreicht, der sich als „Malworkshop bei Astrid Albers in den Marken“ entpuppt hat. Neugierig und sehr gespannt habe ich mir Astrids Internet-Seite angeschaut und sofort hat sich eine große Vorfreude eingestellt, kombiniert mit der Frage: abstraktes Malen, ist das was für mich? „Ja“, dachte ich mir, „klar..! “Sich einmal einlassen auf etwas ganz Neues, Ungewohntes und raus aus der Komfort-Zone, genau das passt jetzt gut in meinen neuen Lebensabschnitt....

Umso schöner fühlte es sich an, dass Christian mich begleiten wollte, um sich dort ganz seiner Musik widmen zu können. Ich war riesig gespannt, was uns da erwartete... Ein Abenteuer des gemeinsamen Malens, hochkonzentriert, jeder abwechselnd jeweils mit einer Farbe, ein zusammengefügtes großes Bild aus vier Einzel Leinwänden, mal mit Pinsel, mal mit Spachtel bearbeitet. Es entsteht ein Gesamt Kunstwerk aus vielen Strichen, Schwüngen, Linien, Farben und Formen; es wirkt auf auf den 1. Blick sehr chaotisch. Jetzt heißt es, jeder bekommt eine der vier Leinwände und soll daraus sein eigenes Kunstwerk erstellen... Was für eine Herausforderung!

Welche Farben verwende ich, welche Formen und Linien lasse ich stehen? Beim 1. Bild erschlagen mich schier die vielen Linien, beim 2.Bild ertrage ich kaum das grelle Gelb, das so deutlich dominiert... Langsam, langsam.....! Erstmal 1 Schritt zurücktreten und das Bild auf sich wirken lassen... Gut, dass Astrid in der Nähe steht und mit ihrer ruhigen und einfühlsamen Art Tipps gibt, angefangen von der Auswahl der Pinsel bis zum Mischen der Farben. Klasse!

Jetzt komme ich in Schwung und habe Spaß... Jede Zelle meines Körpers ist mit dabei! Gerade die schwierigen Stellen im Bild bringen mich weiter... Step by step entstehen im Laufe der Woche meine eigenen zwei Bilder, mit meinen gewählten Farben, Formen und Linien. Die Entwicklung des Bildes fühlt sich spannend wie ein Krimi an. Wie hilfreich sind zusätzlich die gemeinsamen Bildbesprechungen, jeweils 1x morgens und 1x abends. Was kann in jedem Bild verbessert, geändert oder umgestaltet werden? Wie kann eine Farbfläche intensiver wirken, wo braucht es Aufhellungen oder dunkle Flächen? Welche Form dominiert? Ich wusste gar nicht, dass ein abstraktes Bild so viele Fragen aufwerfen kann... und glaube, jeder von uns stößt gelegentlich an seine Grenzen; das ist aufregend und anstrengend zugleich, aber so erfüllend!

Mit Humor, den anregenden Gesprächen unter uns Frauen und mit Hilfe der vielen Tipps von Astrid, ihrer empathischen Art uns zu fördern , den kleinen Erfrischungen im Atelier und nicht zuletzt der so „heißgeliebten Übungen zur Formen-Suche und -Gestaltung“ hat jeder von uns im Laufe der Woche 2 Bilder kreiert, die unglaublich farbenfroh, vielseitig und spannend wirken.

Was für ein Geschenk, so ein bereichernder, intensiver Malworkshop in entspannter Atmosphäre mit phantastischer italienisch- „ Giovannesischer“ Verköstigung und der Begegnung mit so liebenswerten Menschen!

Mille Grazie per tutto, cara Astrid e caro Giovanni!

© Alle Rechte vorbehalten
German English